SKS Ausbildung ausgehend von Pula Veruda vom 04.07. bis 18.07.2026

Die Bedingungen in diesem Revier und der Marina Pula Veruda sind einfach ideal. Wir chartern, so wie in den Vorjahren eine Yacht bei Pitter Yachting. Dieses Mal ist es eine Sun Odyssey 41, die TU TAMO 3. An Bord sind neben den Ausbildern Regina und ich unsere vier Trainees Felix, Jessica, Thomas und Philipp. Im Wesentlichen wiederholen wir den Törn vom Vorjahr, siehe Ausbildung in Kroatien.

Natürlich ist es nie gleich. Ich werde mich hier auf die Unterschiede konzentrieren. Das Wetter ist bereits hochsommerlich, wir haben öfters über 30°C. Der Wind kommt fast ausschließlich aus westlichen Richtungen zwischen 2 und 3 Bft. Somit ist nicht immer genügend Wind für die Fahrt, aber immerhin genügend für unser Manövertraining. Die Preise der Marinas sind ggü. dem Vorjahr gleich geblieben.

Meilentörn in der ersten Woche vom 04.07. bis 11.07.2026

Leider müssen wir gleich am Anfang einen Neustart machen. Beim ersten Segelsetzen bemerken wir ca. einen halben Meter unterhalb des Segelkopfes am Achterliek ein ca. 5 cm großes Loch am Großsegel. Das war am Vortag während der Übernahme aufgrund der Lichtverhältnisse nicht sichtbar. Nach Abstimmung mit dem Bootsmann David von Pitter Yachting entscheiden wir, am Folgetag nochmals in die Marina zurückzukehren. Wir fahren weiter bis zu unserer Bucht in Medulin, um dort zu ankern und kehren am nächsten Morgen in die Marina nach Veruda zurück. Dort wird dann innerhalb von vier Stunden abgetakelt, das Segel repariert und wieder aufgetakelt. Unsere Reiseplanung verschiebt sich dadurch um einen Tag, allerdings ist so ein Tag sowieso berücksichtigt.

In dieser Woche machen wir in den Marinas von Cres Stadthafen, Punat und ACI Marina auf Rab sowie zweimal vor Anker in der Bucht von Medulin und auch an der Boje im Kanal von Ilovik fest. Aufgrund der noch fehlenden Kenntnisse der Hafenmanöver übernehme ich das Anlegen in den Häfen, die Trainees lernen die Vorgehensweise beim Ankern und beim Festmachen an der Boje.

Festmachen an der Boje

Die Verbindung zwischen Boje und Yacht erfolgt über zwei Festmacherleinen auf die Klampen des Vorschiffs. Nachdem die Boje „eingefangen“ ist, wird eine Festmacherleine durch die Öse der Boje bzw. des Auges der Mooring gezogen. Dabei ist bereits ein Ende auf der Klampe belegt. Anschließend wird eine zweite Leine durch die selbe Öse gezogen und mit etwas lose auf den gleichen Klampen belegt. Das ist eine Sicherheitsmaßnahme.

Interessant ist, was wir am Morgen des 11.07.2026 vorfinden. Noch am Vorabend hatten wir sowohl Strömung als auch Wind aus Süden. Nun kommt die Strömung aus Norden, was dazu führt, dass die Yacht quer zur Strömung und zum Wind steht. Die Elemente ringen miteinander!

Und noch etwas Verkehrsrechtliches

Die Regel 30 KVR gilt auch hier, da das Fahrzeug, wenn auch nicht am eigenen Anker, so doch an einer Mooring oder einem Betonklotz hängt. Es ist also tagsüber ein Ankerball zu setzen und nachts das Rundumlicht einzuschalten. Im Mittelmeer, gerade in der Adria, wird auf das Setzen des Ankerballs in ausgewiesen Ankerbuchten und Bojenfeldern, meist verzichtet. Im Falle einer Kollision kann bei fehlenden Zeichen eine Mitschuld ausgesprochen werden, da der Unfallgegner möglicherweise das Ankern bzw. Liegen an der Boje nicht erkannt hat. Verkehrsrechtlich gilt das Fahrzeug also „in Fahrt befindlich“, es ist weder an Land noch vor Anker fest bzw. auf Grund gelaufen, und muss entsprechend ausweichen.

Manövertraining in der zweiten Woche

Am frühen Sonntagabend kommen wir nach 48 Seemeilen in unserer Heimat Marina, Pula Veruda an. Ab dem nächsten Tag beginnt das Manövertraining. Dank des eigenen Steges von Pitter Yachting können wir sämtliche Hafenmanöver wie Rückwärtsfahrt, An- und Ablegen trainieren. Das schafft Sicherheit, sowohl für die Prüfung als auch für das spätere Leben als Schiffsführer. Das intensive Training hat sich in den letzten Jahren bewährt. Leider ist an fast allen anderen Orten das Trainieren verboten.

Zwischen den Hafenmanövern wird natürlich auch gesegelt. Hier folgen die für die Prüfung erforderlichen Manöver wie Boje über Bord, Beidrehen und die üblichen Segelmanöver. Die Pause verbringen wir in Buchten entweder vor Anker oder an der Boje, freilich immer mit dem Ankerball gekennzeichnet. Neben dem Erholen von den anstrengenden Manövern sprechen wir die zuvor verteilten Notrollen durch.

Prüfung am 25.07.2026

Am Donnerstag um 16:00 Uhr ist es dann soweit. Die Prüfungskommission kommt an Bord und die Prüfung beginnt. Aufgrund der zu erwarteten Wetterbedingungen erfolgen zunächst die Manöver auf See, anschließend die Hafenmanöver. Alle vier Trainees können die gestellten Aufgaben überzeugend lösen. Die Prüfung wird von allen bestanden!

Herzlichen Glückwunsch!

Am Freitag nutzen wir den Tag morgens zum Ausspannen in der Bucht Soline vor Boje mit Schwimmen, Sonnen und Stand-up Paddlen. Nachmittags ist Aufräumen und Packen angesagt. Wir beladen bereits den Sprinter, damit wir am Samstagmorgen um vier Uhr früh Richtung Stuttgart starten können.

Das Abschlussessen gibt es wieder im Marina Restaurant Volaria.

Erster SKS Törn im Juli 2026 in Kroatien

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